Wer ist ein Christ                                         Weg der Nachfolge



Wer ist ein Christ?



Im Neuen Testament heißt es, daß die Jünger Jesu, die in Antiochia lebten, die ersten waren, die man Christen nannte. Sie hatten sich diese Bezeichnung nicht selbst gegeben. Dieser Name war ihnen verliehen worden. Heute sagt manch einer vorschnell von sich selbst: "Ich bin Christ". Doch damals behaupteten dies die Jünger nicht von sich selbst. Sie redeten nicht, sie lebten. Sie folgten dem Weg, den Jesus gegangen war. Sie wandelten in Liebe, Wahrheit, Demut und Gehorsam. Darum sagten die Ungläubigen von ihnen, sie seien Christen, d.h. kleine Christusse. So wird die Bezeichnung "Christ" also eigentlich von der ungläubigen Welt verliehen, gleichsam als Auszeichnung für einen vorbildlichen Glaubenswandel, den jeder sehen kann. Wie erreicht man einen solchen Stand?

1. Thessalonicher 1, 9.10
9 Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen
10 und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat - Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn.


In diesen Versen, die Paulus durch den Heiligen Geist zu den Thessalonichern schreibt, sind uns drei Merkmale genannt, die ein Mensch erfüllen muß, so daß man ihn "Christ" nennen kann. Zum ersten ist ein Christ einer, der sich von seinen Götzen zu Gott bekehrt hat. Damals dienten die Menschen Göttern aus Stein, Holz, Gold und Silber. Auch heute ist das besonders in den Hinduistischen Religionen so. Man hat seinen kleinen Hausaltar, auf dem der persönliche Gott steht. Diesem opfert man Speise, Getränke und sonstige Dinge, um sich vor bösen Mächten zu schützen. Doch damit dient man dem Teufel. Denn es gibt nur einen lebendigen und wahren Gott. Alles andere sind tote Götzen und Dämonen. Sie binden und nehmen gefangen. Heute meint man weithin, wir sind zu aufgeklärt, um einem solchen "Unsinn" zu verfallen. Doch schaut dann in die Wohnungen dieses Landes, so sitzen Menschen stundenlang vor einem Kasten, aus dem bunte Bilder flimmern und Töne klingen. Ein totes Ding, wie die toten Götzen damals, und doch nimmt es die Menschen gefangen in einen Bann, der süchtig macht. Wir Menschen der modernen Zeit haben auch unsere Götter. Wir beten sie vielleicht nur auf eine andere Weise an. Jede Sache, der du die meiste Zeit und größte Liebe in deinem Leben einräumst kann ein moderner Gott werden. Denn diese Dinge betest du an. Die Bibel sagt nun, daß Christen sich bekehrt haben von den Götzen zum lebendigen und wahren Gott. Das schließt eine Abkehr von den alten Dingen (einschließlich okkulter Handlungen, wo man ganz bewußt dem Teufel dient) und eine Hinwendung zu Jesus Christus ein. Niemand kommt zu Gott außer durch Jesus. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, um Gott zu finden - den Vater im Himmel. So ist ein Christ einer, der eine klare Wende vollzogen hat. Eine Wende von seinem ungläubigen Leben hin zu einem Leben des Vertrauens an Jesus Christus. Das meint die Bibel mit Bekehrung.

Zum zweiten ist ein Christ einer, der bereit ist, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen. Es ist aus der Mode gekommen, zu dienen. Wer will heute schon noch Diener und Knecht sein? Wir sind allenfalls Arbeitnehmer, die ihren Lohn gerichtlich einfordern, wenn es Probleme gibt. Aber Knecht und Diener sein? Vielleicht noch Sklave? Wo einer über den anderen verfügen kann? Unsere heutige Zeit zeigt uns, wie stolz der Mensch geworden ist. Keiner will sich mehr was sagen lassen. Alle pochen auf ihr Recht. Wer Christ sein will, hat nur ein Recht - auf alle Rechte zu verzichten! Jesus, der Sohn Gottes, gab alle Rechte auf, um uns eine ewige Erlösung zu erwerben. Er verließ den Himmel, ließ alle Macht und Herrlichkeit zurück, um Mensch zu werden. Er diente in Gehorsam und Demut und gab sein Leben am Kreuz als Lösegeld für unsere Sünden. Das alles, um uns zu Kindern Gottes zu machen. Doch wer ein Christ sein will, hält sich nicht an diesen hohen Stand, sondern bekennt mit Abraham: "Ich bin Staub und Asche". Das ist die Haltung eines Herzens, das Gott gefällt. Mit einer solchen Haltung wird ein erlöstes Kind Gottes bereit, Diener des Höchsten zu werden. Von diesen sagt Jesus: "Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren". Wer mit diesem Wissen Sonntag für Sonntag in der Kirchenbank sitzt, um sich dienen zu lassen, selbst aber nicht bereit ist, zu geben und anzupacken, der hat nicht das Recht, sich "Christ" zu nennen. Denn nicht Egoismus ist ein Zeichen des Christseins, sondern Selbstlosigkeit.

Zum dritten sagt Paulus etwas über die Haltung des Herzens, die bei einem Christen zu finden ist. Die Augen des Herzens sind beständig zum Himmel gerichtet, von wo sie die Ankunft des Sohnes Gottes erwarten. Dies deutet auf eine liebende Beziehung. Eine Braut, die auf die Ankunft ihres Bräutigams wartet, trägt ein Sehnen im Herzen. Sie wartet voller Ungeduld auf den Tag, da ihr die Ankunft des Bräutigams verkündet wird. In einer solchen Erwartung sollen die leben, die sich Christen nennen. Sie warten nicht auf ihr Ableben auf Erden, um dann beim Herrn zu sein. Sie warten darauf, daß Jesus zu ihren Lebzeiten zur Erde zurückkommt, um sie als Braut in den Himmel zu holen. Diese lebendige Erwartung an eine Entrückung in den Himmel ist Zeichen lebendigen Christseins. Damit ein Mensch mit dem Herzen im Himmel statt auf Erden lebt, darf er nicht mehr an die Dinge der Welt gebunden sein. Vieles gibt es, was das Herz des Menschen gefangen nehmen will. Viele Begehrlichkeiten bietet diese Welt. Doch das Wort Gottes sagt: "Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wen jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt". Wenn unsere Liebe zum Irdischen ein Seil um unsere Füße und Herzen geschlungen hat, wie können wir mit Jesus zum Himmel entrückt werden? Darum gibt Jesus selbst Bedingungen für die, die Christen sein wollen.

Lukas 14, 26.27.33
26 Wenn jemand zu mit kommt und haßt nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein;
27 und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.
33 So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt was er hat, mein Jünger sein.


Jesus möchte die erste Liebe. Wenn wir uns zu Gott bekehren, dann steht er an der ersten Stelle. Du magst mit dem Mund sagen, daß Jesus die erste Stelle in deinem Leben hat. Doch das Leben selbst spricht eine eigene Sprache. Wenn Gott dann in eine Prüfung führt, wird das Verborgene des Herzens offenbar. Dann wird auch offenbar, ob du Jesus nur mit den Lippen oder wirklich mit dem Herzen ehrst. Da gibt es solche, die immer Herr, Herr! sagen, doch Jesus spricht zu ihnen: Ich kenne euch nicht! Wenn wir bereit sind, den Preis der Nachfolge zu zahlen, dann wird Jesus unsere Ernsthaftigkeit auf die Probe stellen. Wie werden wir in Zeiten der Verfolgung reagieren? Würden wir Jesus verraten, um unser Leben zu retten? Zur Zeit des Kaisers Diokletian gab es eine gewaltige Christenverfolgung. Damals wurden sogenannte "Märtyrer der heiligen Bücher" geboren. Diokletian wollte die Christen ausrotten, indem er die Quelle, die biblischen Schriften, vernichten wollte. So wurde befohlen, alle Texte der Bibel herauszugeben. Viele Christen bekundeten, heilige Schriften zu haben, aber sie erklärten, lieber sterben zu wollen, als diese auszuliefern. Der Diakon Timotheus gehörte zu ihnen. Erst vor wenigen Wochen hatte er seine Frau Maura geheiratet, als sie durch Verfolgung getrennt wurden. Timotheus wurde vor den Statthalter von Thebais geführt, der alles versuchte, ihn zum Heidentum zurückzubringen. Als er erkannte, daß alle Mühe vergeblich war, wollte er wenigstens die Schriften des Wortes Gottes ausgehändigt bekommen. Doch Timotheus erklärte: "Hätte ich Kinder, ich würde sie eher hergeben, um sie hinopfern zu lassen, als mich von Gottes Wort trennen." Da befahl der Statthalter ihm die Augen mit einem glühenden Eisen auszustechen. Mit Spott in der Stimme verkündete er: "Deine Bücher sollen dir wenigstens nichts mehr nützen" Timotheus ertrug die Marter still und standhaft und reizte dadurch den Zorn des Statthalters noch mehr an. So befahl dieser, ihm einen Knebel in den Mund zu stecken, ein Gewicht am Hals zu befestigen und ihn an den Füßen aufzuhängen. Der Märtyrer duldete still die Qualen. Da erfuhr der Stadthalter, daß Timotheus erst vor kurzem seine geliebte Frau geheiratete hatte. Er ließ sie holen und versprach, ihren Mann freizugeben, wenn dieser von seinem Eigensinn ablassen und den heidnischen Göttern opfern würde. Maura, die schwach im Glauben war, flehte ihren Mann an, sich um ihretwillen zu schonen und bestürmte ihn mit ihrer leidenschaftlichen Liebe. Das Flehen der geliebten Frau drang wie scharfe Schwerter in seine Seele. Doch als man ihm den Knebel aus dem Mund nahm, da gedachte er dessen, der gesagt hatte: "Wer Vater oder Mutter, Weib oder Kinder mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert." Und er fand die Kraft, die abgöttische Liebe seiner Frau scharf zu tadeln. Wiederum flehte Maura, doch umsonst. Da kam sie selbst zur Besinnung und bat den Statthalter mit ihrem Mann sterben zu dürfen und unter schrecklichen Folterqualen wurden sie zuletzt nebeneinander gekreuzigt. (Quelle: Gottfried Arnold, Wahre Abbildung der ersten Christen).

Wo ist unsere Liebe? Und wie stark ist unsere Liebe zu Jesus und seinem Wort. Haben wir das gleiche Herz? Die Anforderungen haben sich nicht geändert. Die Bedingungen wurden nicht aufgehoben. Sie gelten für alle Generationen. Sie gelten für die, die sich Christen nennen. In Deutschland und Europa haben wir derzeit keine Verfolgung. In anderen Teilen der Welt sind sie da. Kann es sein, daß der "Friede", der uns umgibt, uns lau und selbstgenügsam werden läßt? Jesus hat verheißen: "Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen". Auch das ist der Preis, den einer zu zahlen hat, der gerne ein Christ werden möchte. Darum sagt Jesus: Überschlage die Kosten, ob dir die Herrlichkeit des Himmels und das ewige Leben dieses wert ist.



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